Haben Sie sich eigentlich schon einmal gefragt, wie es möglich
ist, eine Schaukel auf der man, sitzt in Schwingung zu versetzen ?
Dabei
gibt es ja keine Wechselwirkung mit der Umgebung, wenn man den
Luftwiderstand
einmal vernachlässigt.
Das ist ein Fall, wie er nicht mit den Newton'schen Gesetzen
erklärt
werden kann. Denn laut diesen, muss jede Kraft eine gleich große
Gegenkraft besitzen. Das ist aber im Fall der Schaukel nicht
möglich,
da keine mechanische Verbindung besteht, über welche die
Gegenkraft
wirken könnte. Der Aufhängepunkt nimmt ja nur die
Gewichtskraft
auf. Alle internen Kräfte, die auf der Schaukel entstehen
müssten
sich gegenseitig aufheben, so dass sie sich nie bewegen könnte.
Dass es aber wirklich funktioniert, wird sicher jeder aus seinen
Kindheitserfahrungen
bestätigen können.
Nun haben sie die Erklärung für dieses Phänomen schon gefunden ?
Theoretischer Hintergrund
Der Fachausdruck für dieses Phänomen lautet, wie auch der
Titel dieser Seite, parametrische Schwingungserregung. Wie der Name
schon
sagt, geht es dabei um die Parameter eines Schwingkreises, welche
ja die Schwingungsfrequenz festlegen. Es ist nämlich möglich,
durch periodische Änderungen eines Parameters den Schwingkreis
anzuregen.
Die Änderungen müssen natürlich im Takt der Schwingung
(welche
durch die Resonanzfrequenz vorgegeben ist) erfolgen, so dass sie sich
weiter
aufschaukelt.
Das gilt natürlich auch für ein Pendel, welches ja ein
mechanischer
Schwinger ist. Die Parameter, die die Schwingfrequenz bestimmen, sind
bei
einem idealen Pendel nur die Länge des Pendels (Lage des
Massepunktes)
und die Schwerkraft. Da eine Schaukel mit einem Pendel vergleichbar
ist,
ist es möglich durch richtige Veränderung des Schwerpunktes
die
Schaukel in Schwingung zu versetzen. Obgleich auch eine Erregung des
Pendels
durch Gravitationsänderung, wie z.B. mit der Gravitationsabschirmung
durch Supraleiter, sehr interessant wäre, aber nicht so
einfach
zu realisieren ist. Dabei ist dann vielleicht die zur Änderung der
Gravitation nötige Kraft geringer, als der Energiegewinn im
Pendel.
Dabei ist dann vielleicht die zur Änderung der Gravitation
nötige
Kraft geringer, als der Energiegewinn im Pendel. Wenn man dazu den
Supraleiter
nur unter dem Pendel hin- und herschiebt, sehe ich keine
Rückwirkung
und wenn, dann nur in der vertikalen Richtung wo keine Leistung
umgesetzt
werden kann. Bei der klassischen Erregung über
Schwerpunktverlagerung
ist es, wenn man selbst auf der Schaukel sitzt, relativ leicht die
richtige
Gewichtsverlagerung zu finden, um die Schwingung anzuregen. Das kann
jedes
Kind auch ohne diese theoretischen Erklärungen.
Um die Schaukel in Schwingung
zu versetzen, muss man ihr Energie zuführen.
Energie ist bekanntlich Kraft mal Weg. Als Weg hat man nur die
Verschiebung
des Körperschwerpunktes zur Verfügung, doch die Kraft kann
sich
mechanisch nirgends abstützen. Nur die Fliehkraft stellt die
nötige
Gegenkraft zur Verfügung, damit Energie umgesetzt werden kann.
Ist die Schaukel am Todpunkt, so beginnt man sich zurückzulehnen,
was den Schwerpunkt nach unten verlagert. Erreicht die Schaukel ihren
Maximalausschlag,
steht man wieder auf und hält dann den Schwerpunkt hoch, bis sie
wieder
den Todpunkt erreicht. Dann beginnt das gleiche Spiel in
rückwärtiger
Richtung. Nur sehr geübte Schaukler schaffen es, auch den hinteren
Arbeitsgang auszuführen. Der bewegliche Massepunkt auf der
Schaukel
beschreibt bei richtiger Masseverlagerung eine liegende Acht. Daraus
lässt
sich ein wichtiges Merkmal jeder parametrischen Schwingung erkennen,
nämlich
die unterschiedlichen Frequenzen des Erregers und des Schwingkreises.
Die
Schaukel muss für eine vollständige Periode, ausgehend von
einem
Punkt maximaler Auslenkung, einmal hin und auch wieder
zurückschwingen.
In dieser Zeit führt der bewegliche Massepunkt aber zwei volle
Perioden,
von seiner Mittellage aus gesehen, aus.
Im Nulldurchgang ist die Fliehkraft am größten
(größte
Geschwindigkeit), so dass man von selbst nach unten gezogen wird. Im
Endpunkt
ist sie am geringsten und man kann fast verlustfrei aufstehen. Nur aus
der Phasenverschiebung des Tiefpunktes der Masse zum Todpunkt der
Schaukel
wird Energie umgesetzt. Wenn die Schaukel verlustfrei schwingt, pendelt
die Energie nur noch zwischen Massepunkt und Schaukel hin und her. Das
kann man sich dann so vorstellen, dass der Massepunkt an einer Feder
befestigt
ist und nur durch die Fliehkraft bewegt wird. Die dann entstehende Bahn
des Massepunktes ist nur noch eine, der Fliehkraft entsprechende,
u-förmige
Bahn mit der gleichen Frequenz wie die Schaukel. Die beiden Linien, der
Acht schieben sich dann zu einer zusammen. Erst wenn Energie zum
Antrieb
der Schaukel zugeführt wird, ist wieder die doppelte Frequenz
notwendig.
Sie stellt sozusagen die Asymmetrie dar, durch die Energie ausgekoppelt
werden kann.
Das gleiche Prinzip
ist auch in der Elektrotechnik anwendbar, wenn die
Induktivität oder die Kapazität eines Schwingkreises
verändert
wird. Dazu habe ich das abgebildete Modell gebaut. Es besteht aus einer
sehr kuriosen Zusammenschaltung von zwei Ferrittrafos. Sie sind
primär
so gepolt, dass sich sekundär ihre Spannungen einander aufheben.
All diejenigen, die dieses Modell sahen, (und die Prinzipien der Spannungsinduktion
verstanden) versicherten mir, dass es nicht funktionieren könnte.
Dennoch wird der Lastwiderstand schon nach kurzer Betriebszeit sehr
heiß, und zeigt uns somit, dass doch Leistung übertragen
werden
kann. (Es ist fast nichts unmöglich)
Auf
den ersten Blick kann diese Schaltung schon nach einem Trick aussehen.
Die Spannung Uq teilt sich gleichmäßig in U1 und U2 auf die
beiden Trafos Tr1 und Tr2 auf. Trafos übersetzen immer mit
180°
Phasendrehung, wodurch U1' und U2' gegenpolig erscheinen. Durch den
gegenphasigen
Anschluss des Trafos Tr2 tritt aber U2' so auf, dass sie sich mit U1'
zu
Null addiert. Am Ausgang dürfte also nie die Spannung UL
auftreten. Aber wenn man erkennt, dass der Lastkreis eigentlich ein
Schwingkreis
ist, kommt man vielleicht auch hinter die Funktionsweise. Das Problem
ist
nur, dass die parametrische Schwingungserregung relativ unbekannt ist,
und deshalb hatte eigentlich jeder dem ich das zeigte so seine Probleme
damit. Warum hört man so etwas nicht in der HTL ! (Vorwurf an die
Elektrotechnik- und Physiklehrer)
Für all diejenigen, die das noch
immer nicht glauben können,
ist hier der Beweis mit der Halogenlampe. Wird sie anstelle des
Widerstandes
eingeschaltet, so leuchtet sie beim Einsetzen der Schwingung sofort
auf.
Es ist schon verblüffend, zu sehen, wie zwei Trafos Leistung
übertragen,
obwohl sich ihre Ausgangsspannungen eigentlich aufheben sollten !
Wird die Lampe allerdings ohne
Kondensator parallel zu den beiden Trafowicklungen
geschaltet, dann tritt das ein, was eigentlich jeder auch schon vorher
erwartet hätte. Es tut sich nämlich gar nichts mehr. Die
Trafos
pfeifen zwar mit der Oszillatorfrequenz vor sich hin, da sich ihre
Spannungen
aber aufheben, gibt es keinen Strom durch die Lampe, und sie bleibt
finster.
Funktion
Die Ferrittrafos werden primärseitig durch kurze Stromimpulse
erregt. Diese sind so hoch, dass das Material dabei in die magnetische
Sättigung gelangt. Das hat zu Folge, dass die Induktivität
der
Spulen abnimmt. Das ist auch aus folgender Formel ersichtlich:
Schaltungsbeschreibung
Das Wichtigste an
dieser Schaltung ist der Rechteckgenerator, der die Steuerimpulse
für den Schalttransistor erzeugt. Sein Tastverhältnis muss
verstellbar
sein, ohne die Frequenz zu beeinflussen. Deshalb wurde hier ein etwas
hochwertigerer
Generator (kein NE555, würde damit aber auch funktionieren)
verwendet.
Er besteht aus einem OPV TL081, der als Schmitt-Trigger geschaltet ist.
Ein Kondensator wird abhängig vom Ausgangszustand entweder geladen
oder entladen, wodurch eine Rechteckschwingung entsteht. Durch
ändern
der Verstärkung wird die Kippspannung eingestellt, und somit die
Frequenz
des Rechtecksignals. Über einen Rückkoppelwiderstand, der
durch
zwei Dioden aufgeteilt wird, kann die Zeit für den Lade- bzw.
Entladevorgang
getrennt eingestellt werden. Wird dazu wie hier nur
ein Potentiometer
verwendet, dann ändert sich die Frequenz mit dem
Tastverhältnis
nicht.
Der Nachteil von OPV-Schaltungen ist natürlich die doppelte
Versorgung,
die sie benötigen. Das wurde hier mit einem zweiten OPV
gelöst,
der die 24V in die Hälfte teilt, und somit die künstliche
Masse
zu Verfügung stellt.
Der Ausgang des Rechteckgenerators treibt dann den
MOSFET-Schalttransistor
BUK 453. Dieser benötigt unbedingt eine Beschaltung gegen
Überspannungen,
da sich im ausgeschalteten Zustand kein Freilaufkreis bilden kann, der
die Energie aus der Induktivität in den Glättungselko oder in
die Last zurückfließen lässt. Auf der
Sekundärseite
gibt es ja überhaupt keine induzierte Spannung !
Das wurde hier mit einem 220Ohm Widerstand R11 und einem 15nF
Kondensator
C6 gelöst. In einem gewissen Bereich funktioniert das auch sehr
gut.
Eine bessere Lösung wäre aber eine Brückenschaltung,
welche
die Spannung an der Induktivität zur "Entladung" umpolen kann.
Auffällig und charakteristisch für
eine parametrische Schwingung
ist die halbe Frequenz des Schwingkreisstromes (in CH1) gegenüber
dem erregenden Strom (in CH2). Der Grund, dafür ist, dass die
Induktivität
in einer Periode der Lastschwingung zweimal verändert werden muss
(vergl. mit Schaukel), was der doppelten Frequenz für den
Primärstrom
entspricht. Das ist eine sehr unübliche Betriebsart eines
Transformators.
Denn in allen Betrachtungen wird ja immer von ein und derselben
Frequenz
auf der Primär- und Sekundärseite ausgegangen. Man sieht
aber,
dass er auch so funktionieren kann, und sogar auf sehr seltsame Weise
Leistung
übertragen kann. Für alle, die meinen, die doppelte Frequenz
kommt nur daher, da die Trafos mit Gleichstromimpulsen erregt werden,
zeigt
das nächste Bild die Spannungen an den Sekundär- und
Primärwicklungen.
Zu beachten ist, dass an einer Drossel nie
ein Gleichspannungsanteil abfallen
kann (außer ohmschen Verlusten). Die Nulllinie für CH2 liegt
deshalb genau im arithmetischen Mittel der Primärspannung, die
somit
eine reine Wechselspannung ist. Der Grund für die einseitige
Aussteuerung
des Primärstromes liegt in der Freilaufschaltung mit dem RC-Glied.
Dadurch kann sich die Stromrichtung nie Umkehren, sondern es wird fast
die gesamte gespeicherte Energie aus der Drossel am Widerstand
umgesetzt.
Ein kleiner Teil kann jedoch auch wieder zurück in den
Glättungskondensator
fließen. Bei kleinen Strömen funktioniert das besser, so
dass
dann auch der Strom ein Wechselstrom ist. (siehe Bild 1,2,3)
Als nächstes wurde versucht mit dem Oszilloskop die Leistung auf der Lastseite zu messen. Dazu wird der Verlauf von Spannung und Strom (Der Strom wird hier als Spannung am Lastwiderstand gemessen) miteinander multipliziert, so dass sich die zeitabhängige Leistung P(t) ergibt. Wird von dieser noch der arithmetische Mittelwert berechnet, so erhält man die Effektivleistung. Diese Messmethode lässt sich auf der Sekundärseite sehr leicht überprüfen, da hier ja ein konstanter Widerstand die Leistung umsetzt.
Weitere Versuche
Eine Hoffnung hat sich allerdings nicht erfüllt. Der Wirkungsgrad
blieb unter 100%. Im Internet wird viel davon geschrieben, dass
für
die Änderung der Induktivität weniger Energie benötigt
wird,
als letztendlich gewonnen werden kann. Obwohl das Schwingungsverhalten
und die gleichrichtende Wirkung sehr interessant ist, konnte bei diesem
Modell kein Wirkungsgrad von größer 100% gemessen werden.
Der Laststrom wirkt sich sehr wohl auf den Eingang aus. Das ist
hauptsächlich
dadurch begründet, dass der jeweils in Sättigung gebrachte
Trafo
quasi einen Kurzschluss darstellt und sich so die Spannung am Ausgang,
durch den Wegfall der gegengerichteten Spannung, nicht mehr aufheben
kann.
Wenn man etwas nicht kennt, ist man leicht dazu geneigt, es als
unmöglich
einzustufen, wenn es einem in der Logik widerspricht. Das habe ich
bemerkt,
als ich das Modell vorführte. Unbekannt sollte aber nicht mit
unmöglich
gleichgesetzt werden. Es ist schon allein wegen der riesigen
Informationsmengen
nicht möglich alles zu wissen. Das soll aber nicht dazu
führen,
sich vor dem neuen und unbekannten zu verschließen. Das Leben ist
ein ständiger Lernprozess, der nie aufhört. Doch gerade in
der
Technik erscheint alles so logisch und erklärbar, dass man leicht
den Eindruck bekommt, dass es nichts Neues und Unbekanntes mehr
gibt.
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|---|---|---|
| Titel: | Grundlagen und Praxis der Freien Energie Alternative Theorien und interessante Experimente |
|
| Autoren: | Harald Chmela und Wolfgang Wiedergut | |
| Verlag: | Erschienen im August 2004 im Franzis Verlag | |
| ISBN Nr.: | 3-7723-4400-3 | |