Das ist flüssiger Sauerstoff in einem Dewar-Gefäss.
Flüssiger Sauerstoff wird von Gas-Firmen
meist für medizinische Zwecke abgefüllt. Er ist deshalb auch
in vielen Krankenhäusern erhältlich.
Flüssiger Sauerstoff hat eine leicht bläuliche Färbung,
ist aber trotzdem durchsichtig. Die blaue Farbe des Himmels kommt übrigens
vom Sauerstoff in der Luft, denn der mehrheitlich vorhandene Stickstoff
ist farblos. In der Luft ist der Sauerstoff nur auf einem so großen
Raum verteilt, dass uns die Luft im Nahbereich durchsichtig erscheint.
Im flüssigen Zustand rücken die Moleküle viel näher
zusammen, sodass wir auch bei kleinen Mengen die blaue Färbung
erkennen können.
Die weißen Flocken auf der Oberfläche stammen von Kondenswasser,
dass während des Transportes in des Behälter getropft ist.
Interessant ist, dass Eis auf dem Sauerstoff schwimmt. Im flüssigen
Stickstoff sinkt es nämlich auf den Grund. Dazu wurden einige
Eisstücke in einen styroporisolierten Becher gegeben. Lehrt man dann
Sauerstoff darüber, so schwimmen die Eisstücke an der Oberfläche.
Es ist auch hier schön die blaue Farbe des Sauerstoffes zu sehen.
Merkwürdig ist nur, dass ein Tropfen Sauerstoff auf dem Wasser
schwimmt. Man könnte sich das aber damit erklären, dass
sich eine dünne Eisschicht unter dem Tropfen bildet, der dann auf
dem Wasser schwimmt und den Sauerstoff trägt.
| Einige Stoffdaten von O2 | |||
| Bezeichnung | Formelzeichen | Wert | Einheit |
| Kritische Temperatur | Tk | 154,4 | K |
| Siedetemperatur bei 1,013bar | Ts | 90,2; | K |
| Schmelztemperatur | Ts | 54,8 | K (0K = -273.15°C) |
| rel.Permeabilität (flüssig) | µr | 1 + 360*10-6 | 1 |
| rel.Permeabilität (gasförmig) | µr | 1 + 0,14*10-6 | 1 |
Die Siedetemperatur von -183°C reicht nicht aus, um den Supraleiter
tief genug abzukühlen. Es ist zwar möglich, in einer Vakuumglocke
die Siedetemperatur unter die Sprungtemperatur zu senken, doch wegen
seiner magnetischen Eigenschaften ist er für Supraleiter nicht so
gut geeignet wie Stickstoff.
Das Interessante am Sauerstoff ist die große magnetische Permeabilität
µr.
Para-
und Ferromagnetismus
Stoffe mit einem µr größer gleich 1 werden als paramagnetische
Stoffe bezeichnet. Sie haben die Fähigkeit die magnetischen Feldlinien
aufzunehmen und in sich zu bündeln. Ein paramagnetischer Stoff wird
in ein Magnetfeld hineingezogen, weil sich die magnetischen Feldlinien
immer zu verkürzen versuchen. Solche Stoffe werden deshalb von beiden
Polen eines Magneten gleichmäßig stark angezogen.
Im Gegensatz dazu werden diamagnetische
Stoffe von einem Magnetfeld abgestoßen, weil sie die Feldlinien aus
sich herausdrängen.
Ferromagnetische Stoffe sind im Grunde mit den paramagnetischen Stoffen
zu vergleichen. Diese sind die bekannten magnetischen Metalle wie Eisen,
Kobalt und Nickel, sowie einige Legierungen davon. Einzelne Eisenatome,
wie etwa im Eisendampf, sind übrigens paramagnetisch, erst durch die
räumliche Anordnung der Kristalle entsteht daraus der Ferromagnetismus.
Die Ferromagnetika haben noch eine wesentliche höhere Permeabilität
und ihre Magnetisierbarkeit ist nicht linear, d.h. es tritt eine magnetische
Sättigung und eine bleibende Magnetisierung (=Permanentmagnetismus)
auf.
Legt man einen Magnet in eine flache Schale mit flüssigem Sauerstoff,
so tritt eine sehr seltsamer Effekt auf. Der Sauerstoff kriecht an den
Kanten des Magneten nach oben. Da er so lange verdampft, bis der Magnet
kalt ist wird die Schale richtig leergesaugt. Hat sich der Magnet dann
abgekühlt, so sieht man die volle Auswirkung. Der Sauerstoff umschließt
den Magnet auf allen Seiten mit einer ca. 5mm dicken Schicht.
Tipps:
Um diesen Effekt deutlich zu sehen sollte man einen möglichst
starken Magneten verwenden. Hier wurde ein Neodym-Magnet verwendet. Mit
keramischen Magneten funktioniert es nur sehr schlecht. Mit metallischen
Magneten fast gar nicht. Es ist auch sinnvoll keinen zu großen Magnet
zu verwenden, denn dann kann er an den Polen nicht mehr vollständig
vom Sauerstoff umschlossen werden.
Es funktioniert auch sehr gut mit kleinen Bruchstücken von Neodym-Magneten.
(Die zerbrechen wegen der starken "Schnapp-Kraft" ohnehin sehr leicht).
Wenn die Schale nicht zu dickwandig ist, kann man sie auch darunter legen.
Dann bilden sich kleine Hügel auf der Oberfläche des Sauerstoffes.
Hebt man den Magneten jetzt vorsichtig aus der Schale, so bleibt an ihm
eine relativ große Menge Sauerstoff haften. Durch die Schwerkraft
fließt der Sauerstoff zwar von der Oberseite ab, doch er bleibt an
der Unterseite richtig kleben. Er ist auch sehr schwer durch Abschütteln
vom Magneten zu entfernen. Ähnlich wie bei Eisenspänen bleibt
immer etwas zurück. Hilfreich ist hierbei, dass der Sauerstoff
nach relativ kurzer Zeit verdampft ist.
In diesem Video ist zu sehen, wie ein Magnet in den flüssigen Sauerstoff
eingetaucht wird. Es ist zu erkennen, wie er auf den Magneten hinaufgezogen
wird. Nach dem Herausziehen bleibt eine dünne Schicht Sauerstoff auf
dem Magneten haften.
Es ist auch möglich die paramagnetischen Eigenschaften des gasförmigen
Sauerstoffes nachzuweisen. Dazu wurde ein starker Neodym-Magnet an den
Rand des Bechers mit Sauerstoff gelegt. Der gasförmige Sauerstoff
ist noch sehr kalt, wodurch an ihm die Luftfeuchtigkeit kondensiert und
ihn so indirekt sichtbar macht. Man erkennt deutlich, wie die sonst gleichmäßige,
nach allen Seiten verlaufende Strömung zum Magneten hingezogen wird.
Es ist auch möglich, den Magneten über den Becher zu halten
und so etwas von dem Nebel heraus zu ziehen.
Dieses Video zeigt diese Ablenkung des gasförmigen Sauerstoffs.
Es ist zu sehen, wie der Nebel am Rand des Magneten aus dem Becher herausgezogen
wird. Über dem Magnet gibt es eine ähnliche Wirbelbildung wie
sie bei den folgenden Bilder noch näher erklärt wird.
Die Ablenkung der Gase ist auch schön zu erkennen, wenn man den Magneten
in den Becher mit Sauerstoff stellt. Dann sammelt sich mehr Nebel in der
Achse durch die Mitte der beiden Polflächen an. Dort ist die Feldstärke
am geringsten und somit die leichteste Möglichkeit für den Sauerstoff
der Anziehungskraft zu entkommen. Es ist auch schön zu erkennen, wie
der Nebel an den Kanten des Magneten gefangen wird. Die Form dort erinnert
an jene, die man erhält, wenn man Eisenspäne über einen
Magneten streut.
Die Ablenkung der Strömung kann so stark sein, dass sich sogar
ein Wirbel bildet. Mit einer passenden Aufstellung des Magneten kann man
in diesem runden Becher eine kleine "Windhose" erzeugen. Es ist weiters
noch schön zu sehen wie der flüssige und auch der gasförmige
Sauerstoff an den Kanten des Magneten nach oben gezogen wird. Besonders
gut ist es an den oberen Kanten zu sehen. Diese sind mit einer dünnen
Nebelschicht umzogen, ähnlich wie der untere Teil mit einer flüssigen
Schicht umgeben ist.
Der Sauerstoff zeigt uns, dass der Magnetismus eine Eigenschaft
der Materie selbst ist. Nicht nur die Magnetmetalle haben die Fähigkeit
Feldlinien zu bündeln. Ein Magnetfeld übt auf jedes Material
eine mehr oder wenig starke, meist aber sehr geringe Kraft aus.