Der Wassertropfengenerator, wie der Kelvin-Generator oft auch genannt wird,
ist ein relativ unbekannter elektrostatischer Hochspannungsgenerator. Jeder
kennt die Wimshurstmaschine, den Bandgenerator
(Van de Graf) oder ähnliche Geräte. Doch das Elektrizität
auch durch die Verwendung von Wasser erzeugt werden kann, ist schon ein
etwas seltsames Prinzip. Aber es funktioniert wirklich. Man dreht die Wasserhähne
auf, und schon nach kurzer Zeit sind die beiden Auffangbehälter elektrostatisch
aufgeladen. Es ist verblüffend zu sehen, wie allein durch das Tropfen
des Wassers eine sehr hohe Spannung erzeugt wird, wo doch jeder meint Wasser
und Elektrizität seien so gegensätzlich wie Tag und Nacht.
Theoretischer
Hintergrund - Influenz
Das Prinzip, dass hinter dieser Art der Spannungserzeugung steckt,
heißt Influenz. Es ist übrigens ein Prinzip, nachdem viele
Hochspannungsgeneratoren arbeiten. Man bezeichnet deshalb die
Wimshurstmaschine auch als Influenzmaschine.
Influenz nennt man die Fähigkeit des elektrischen Feldes in anderen
Körpern Ladungen hervorzurufen. (zu influenzieren)
Das soll diese Zeichnung noch weiter verdeutlichen. Bringt man eine
punktförmige
Ladung (schwarze Ladung) an eine ungeladene, isolierte Metallplatte
(schwarze
Fläche) heran, so krümmen sich die Feldlinien der Ladung, da
sie auf jeder leitenden Fläche im rechten Winkel enden
müssen.
Die Feldverteilung der Punktladung sieht dann genau so aus, wie wenn
ihr
eine gleich große aber entgegengesetzte Punktladung (weiße
Ladung) gegenüber stehen würde. Da aber im Inneren eines
leitenden
Materials nie ein elektrisches Feld auftreten kann (die weiße
Punktladung
ist also nur hypothetisch), müssen auf der Oberfläche der
Metallplatte
Ladungen entstehen, die das Feld so krümmen, dass es aussieht, als
würde der Ladung eine zweite gegenüberstehen. Daraus geht
hervor, dass die Influenz ohne direkten Kontakt der beiden Materialien
über den Raum wirkt, wie bei den Versuche mit dem Elektroskop
zu sehen ist. Die Ladungen entstehen natürlich nicht von selbst,
sondern erst durch die bei der Annäherung an die Platte
aufgewendete Energie. Es ist klar, dass die influenzierte Ladung immer
die umgekehrte Polarität der hervorrufenden Ladung haben muss, wie
leicht mit einer Feldmühle nachgewiesen werden kann.
Funktionsprinzip
Das Influenzprinzip lässt sich jetzt leicht auf den Kelvin-Generator
anwenden. Das Wasser selbst ist ja bekanntlich leitfähig, solange
es Verunreinigungen wie Salze oder ähnliches enthält. Das Wasser
ist also mit der leitenden Metallplatte aus dem obigen Beispiel vergleichbar.
Das Wasser fließt aus den Hähnen und bildet irgendwann Tropfen.
Das ist von entscheidender Bedeutung für die Funktion ! Fließt
es in einem kontinuierlichen Stahl, dann kann es nicht funktionieren, da
beide Auffangbehälter über den Vorratsbehälter kurzgeschlossen
sind !
Der Influenzring, ist mit der Punktladung im oberen Beispiel zu vergleichen.
Er ist sozusagen der Erreger. Der auf Mittelpotential (bei ungeerdeten
Vorratsbehälter) liegende Wasserstrahl darf sich erst innerhalb
des Ringes zu Tropfen abschnüren. Würde der Tropfen von oben
nach unten durchfallen, so hätte er zwar eine Ladung innerhalb des
Ringes, würde aber diese beim Verlassen wieder verlieren. Der Wasserstrahl
ist vergleichbar mit dem ableitenden Berühren des Elektroskops,
oder mit den Neutralisatorbürsten bei der Influenzmaschine.
Der soeben aus dem Strahl gebildete Tropfen im Ring ist durch die abschirmende
Wirkung des Rings immer noch ungeladen. Erst wenn er den Ring verlässt,
wird in ihm die entgegengesetzte Ladung influenziert. Die so im Tropfen
gefangene Ladung kann nicht mehr abgeleitet werden und gibt beim Erreichen
des Auffangbehälters seine Ladung an diesen ab.
Das funktioniert deshalb, weil das Innere eines leitfähigen Behälters
keine Ladungen enthält. Er kann somit auch nur durch sehr kleine Ladungen
immer weiter aufgeladen werden (Prinzip des Faradaybechers).
Die Energiegewinnung geschieht erst bei der Annäherung des Tropfens
an den Auffangbehälter. Die Influenz selbst stellt ruft nur die notwendigen
Ladungen im Wasser hervor. Da der Auffangbehälter die gleiche Polarität
wie der Tropfen besitzt, versucht er ihn abzustoßen. Energie ist
bekanntlich Kraft mal Weg . Die Kraft muss vom Tropfen aufgewendet werden,
wenn er die Abstoßung vom Behälter überwinden will. Die
Kraft wird natürlich von der Gravitation erzeugt. Der Weg ist jene
Strecke, die der Tropfen zurücklegt, bis er das feldfreie Innere des
Auffangbehälters erreicht. Dort wirkt dann natürlich keine Kraft
mehr.
Der Behälter hat wegen des Influenzprinzips immer die umgekehrte
Polarität wie der Influenzring. Jetzt wird sicher auch klar, warum die
Behälter bzw. Ringe jeder Seite miteinander ausgekreuzt verbunden sind.
Die Ladung des einen Behälters dient dazu im anderen die entgegengesetzte
Ladung zu influenzieren. Dieses gegentaktähnliche Prinzip führt
dazu, dass sich der Generator in der Praxis immer von selbst erregt. Die
erste Ladung entsteht immer zufällig uns so kann auch nicht vorausgesagt
werden, mit welcher Polarität der Generator anlaufen wird. Mit einer
Feldmühle kann man die Polarität der Spannung im Betrieb messen.
Ist
einmal durch geringe Unregelmäßigkeiten in der Feldverteilung
auf einer Seite eine kleine Ladung entstanden, dann nimmt die andere Seite
sofort die entgegengesetzte Polarität an. Eine größere
Ladung auf der linken Seite verursacht eine stärkere Influenz auf
der rechten Seite, was wiederum die Ladung auf der rechten, bzw. Influenz
auf der linken Seite verstärkt. Auf diese Weise bilden sich zwischen den beiden Auffangbehältern
rasch sehr hohe elektrostatische Spannungen im kV-Bereich.
Grundsätzlicher Aufbau
Beim Aufbau eines solchen Gerätes sollten zwei Dinge unbedingt beachtet
werden. Diese gelten allgemein für alle elektrostatischen Generatoren.
Die erzeugten Ströme sind ja meistens sehr gering, so dass jeder unnötige
Ladungsverlust vermieden werden muss. Doch bevor Sie sich durch all diese
Erklärungen davon abbringen lassen, so einen Generator zu bauen, möchte
ich noch darauf hinweisen, dass es auch mit diesem sehr einfachen Aufbau
funktioniert hat.
1.) Scharfe Kanten vermeiden
An allen Kanten und Spitzen bilden sich bei höheren Spannungen
Sprühentladungen, die einen Teil der Ladungen wieder im Raum verteilen.
Es sind deshalb nur Gefäße bzw. Ringe mit runden Kanten und
umgebogenen bzw. dicken Rändern zu verwenden. Auch an sehr dünnen
Verbindungsleitungen können Sprühentladungen auftreten. Besondere
Beachtung ist dabei auf Wassertropfen zu richten, die sich auf leitenden
Flächen gebildet haben. Da diese auch leitfähig sind, bilden
sie spitzenförmige Erhöhungen, an denen Ladungen austreten können.
Weiters kommt noch hinzu, dass sich die Tropfen bei höheren Feldstärken
verformen können, was die Spitzenwirkung noch weiter erhöht.
Die Spannung sinkt also durch diese oft auch als Koronaverluste bezeichnete
Zusatzlast. Man darf deshalb eine eventuell verwendete Funkenstrecke zur
Lastankopplung auch nur als Kugelfunkenstrecke ausführen. Für
Kugeln siehe Bezugsquellenliste.
2.) Feuchtigkeit vermeiden
Das Wasser wird zwar für den Ladungstransport benötigt, doch
auf den Isolierteilen kann man es nicht gebrauchen. Es lässt sich
aber kaum vermeiden, dass es etwas herumspritzt. Es sind deshalb wasserabweisende
Isolatoren wie Plexiglas oder Keramik zu verwenden. Durch den mechanischen
Aufbau sollte man sicherstellen, dass keine Tropfen auf die Isolatoren
gelangen können (abdecken der Isolatoren). Auch die bei längerem
Betrieb entstehende Luftfeuchtigkeit kann zu unerwünschten Ableitungswiderständen
an den Isolatoren führen. Dann empfiehlt es sich alle Isolierteile
mit einem Föhn zu trocknen. Die Luftfeuchtigkeit ist auch der Grund
dafür, warum es an manchen Tagen besser funktioniert als an anderen.
Dem kann man ausweichen, wenn man einen Raum mit Klimaanlage besitzt. Denn
in einer Klimaanlage kondensiert ein Großteil der Luftfeuchtigkeit
am Wärmetauscher. Das erzeugt eine sehr trockene Luft, die ideal für
elektrostatische Versuche ist.
Da dieses Gerät nur durch die Tropfenbildung funktioniert, sollten
wir diese ein wenig genauer besprechen. Tropfen bilden sich deshalb, weil
für kleine Flüssigkeitsmengen die Oberflächenspannung gegenüber
der Schwerkraft überwiegt. Eine kleine Wassermenge wird daher immer
ihre Minimalfläche einnehmen. Das ist eben eine Kugel (kleinste Oberfläche).
Wassertropfen sind im freien Fall fast vollständig kugelförmig
und nicht tropfenförmig, wie viele meinen. Das ist auf den folgenden
Bildern auch schön zu erkennen. (Beachten Sie auch den Schatten !)
Es gibt verschiedene Arten einen Tropfen zu erzeugen.
1.) Wenig Wasserzufluss
In diesem Fall bildet sich ein Tropfen nach dem anderen. Das bringt
eine gleichmäßige Größe und regelmäßige
Tropfzeiten. Im Bild ist auch schön zu sehen, wie der Abstand der
Tropfen nach unten annähernd quadratisch zunimmt. Dieses Muster entsteht
deshalb, weil jeder Tropfen für sich eine gleichmäßig beschleunigte
Bewegung (abgesehen vom Luftwiderstand) ausführt, die Tropen aber
in einem gleichmäßigen Intervall abreißen.
Die Tropfen erreichen bei dieser Art die maximal mögliche Größe
für die verwendete Düse. Eine größere Düse erzeugt
auch größere Tropfen, doch das kann man nicht unendlich steigern.
Der Luftwiderstand begrenzt die Größe von Wassertropfen auf
etwa 2,5mm Durchmesser. Größere Tropfen zerteilen sich beim
Fallen in mehrere kleinere.
Vorteil: Wenig Spritzer auf umliegenden Teilen, wenig elektrostatische
Ablenkung
Nachteil: Geringer Ladungstransport durch das langsame Tropfen,
daher lange Ladezeiten.
Dieses Prinzip eignet sich für hohe Spannungen, da die großen
und schweren Tropfen nicht so leicht durch den Influenzring abgelenkt werden
können und auch bei hoher Feldstärke noch in die Auffangbehälter
fallen.
2.) Dünner Strahl
Ein dünner Wasserstrahl wird bei seinem Fall immer mehr in die
Länge gezogen, bis er sich schließlich zu Tropfen abschnürt.
Dadurch entstehen unterschiedlich große Tropfen in einem sehr unregelmäßigen
Muster. Die Lage des Abrisspunktes hängt von vielen Faktoren ab. Ein
wesentlicher Faktor sind die mechanischen Vibrationen des ganzen Aufbaus.
Diese verursachen Störungen im kontinuierlichen Strahl, was die Abschnürung
beschleunigt. Den Abreißpunkt kann man übrigens sehr schön
mit einem Stroboskop sichtbar machen. Hat man das nicht zur Verfügung,
reicht auch eine starke Beleuchtung aus. Haben sich Tropfen gebildet, so
glänzt der Strahl viel stärker, da die Tropfen mehr
Reflexionen erzeugen.
Vorteil: Großer Ladungstransport durch viele Tropfen
Nachteil: Spritzer durch elektrostatische Ablenkungen der kleinen
Tropfen
Dieses Prinzip erzeugt höhere Ströme, als das obige, kann
aber nicht so gut für hohe Spannungen eingesetzt werden. Denn die
kleinen Tröpfchen werden bei hohen Feldstärken so stark abgelenkt,
dass sie nicht mehr in die Behälter treffen.
3.) Strahl mit Luft
Durch das Einbringen von Luftblasen in einen kontinuierlichen Wasserstrahl
wird die Tropfenbildung verstärkt. Der Strahl benötigt dann keine
so lange Vorlaufzeit, um Tropfen zu bilden. Leider ist es bei den geringen
Strömungsgeschwindigkeiten nicht möglich, die Luft durch Unterdruck
selbst anzusaugen. Es wird also ein Kompressor oder ein Druckbehälter
benötigt. Dieses Prinzip vereint schnelles Tropfen mit gleichmäßiger
Tropfengröße. Da aber Zusatzgeräte verwendet werden müssen
ist es nicht sehr zu empfehlen. Ein elektrisch betriebener Kompressor macht
sich nicht sehr gut in einem Generator, der eigentlich ohne Stromzufuhr
arbeiten könnte.
Abmessungen
Zur Lage des Influenzringes
Die Influenz ist am größten, wenn der Ring dort angebracht
ist, wo sich der Wasserstrahl gerade zu Tropfen abschnürt. Denn der
kontinuierliche Strahl ist ja ein Leiter. Reicht dieser bis in den Ring
oder kurz davor, so ist die Feldstärke an der Stelle der Tropenbildung
am größten (Spitzenwirkung). Die Höhe des Ringes ist dabei
gar nicht so wichtig. Es könnte auch ein dickerer Draht verwendet
werden. Doch da man den Abreißpunkt des Strahles meist nicht sehr
gut einstellen kann empfiehlt es sich, einen höheren Ring zu verwenden
und den Abrisspunkt genau in seine Mitte zu legen. Bei sehr hohen Spannungen
kann es vorkommen, dass die kleineren Wassertröpfchen zu stark vom
Influenzring abgelenkt werden. Dann kann man ihn auch etwas unterhalb des
Abrisspunktes anbringen, um die Feldstärke an der "Wasserspitze" zu
verringern.
| Vorratsbehälter | 1l Küchenmaß aus Edelstahl, 114mm Außendurchmesser, 125mm hoch |
| Düsen | Düsen von Schweißbrenner, Loch auf 2mm Durchmesser aufgebohrt
Der Austrittspunkt der Düse liegt 420mm über der Grundplatte, Der horizontale Abstand der beiden Düsen beträgt 250mm |
| Influenzringe | "Faschingskrapfenform" aus Weißblech, 52mm Innendurchmesser,
40mm hoch
Die Mitte der Influenzringe liegt 320mm über der Grundplatte |
| Auffangbehälter | 1/2l Küchenmaß aus Edelstahl, 94mm Außendurchmesser, 95mm hoch |
| Isolatoren | Plexiglas Rundstab 20mm Durchmesser, 50mm lang |
| Leuchtstofflampe | 7W-Sparlampe, ohne Elektronik, ohne Heizung |
| Verbindungsleitungen | Aluminium Rundstab mit 5mm Durchmesser |
Viel mehr gibt es zum Aufbau wohl nicht mehr zu sagen, da er wirklich einfach ist. Dieses Modell wurde durchwegs aus Plexiglas gefertigt, doch im Prinzip müssen nur die Isolatoren unter den Auffangbehältern und eventuell auch die Halterungen der Auffangbehälter aus Plexiglas sein. Plexiglas hat den großen Vorteil, dass es nicht viel Feuchtigkeit aufnimmt. Andere Kunststoffe können durch Feuchtigkeitsaufnahme mitunter sehr leitfähig werden. Zum Anschluss der Sparlampe ist noch zu sagen, dass diese direkt zwischen den beiden Heizwendeln erfolgt. Die Röhre wird nicht beheizt, da sie sonst ja leitend wird.
Messung
der Spannung mit der Kugelfunkenstrecke
Die hier erzeugten Ladungen sind so klein, dass sie schon durch den
Innenwiderstand eines Voltmeters völlig abgeleitet werden. In so einem
Fall ist es nur möglich, die Spannung aus der Funkenlänge zu
bestimmen. Für so eine Messung sollte unbedingt eine Kugelfunkenstrecke
verwendet werden, da die Messung sonst durch vorzeitige Überschläge
an Kanten und Spitzen verfälscht wird. Zum Ablesen der Spannung dient
folgendes Diagramm, dass die Abhängigkeit der Funkenlänge von
der Spannung angibt. Diese Werte gelten natürlich nur als Richtwerte,
da die wirkliche Funkenlänge auch noch durch andere Faktoren, wie
z.B. die Luftfeuchtigkeit und die Zusammensetzung der Luft bestimmt wird.
Zu beachten ist auch, dass diese Werte nur für Gleichspannung gelten.
Bei Wechselspannungen sinkt die Durchbruchsfestigkeit mit der Frequenz
ab. Das ist auch der Grund, warum Teslatrafos
meterlange Funken erzeugen können ohne dazu im MV-Bereich arbeiten
zu müssen.
Mit diesem Modell wurde unter sehr günstigen Bedingungen eine Funkenlänge von 2 x 5mm erreicht, was etwa einer Spannung von 30kV entspricht. Aber auch geringere Spannungen reichen aus, um die Sparlampe sichtbar aufblitzen zu lassen. Man sollte also eher einen hohen Strom, als eine hohe Spannung erzeugen. Dadurch werden auch eventuell vorhandene Verlust besser ausgeglichen, und die Lampe blitzt öfters.
Dieses Video zeigt das Aufblitzen der Sparlampe bei den Entladungen. Die
kleinen Funken zwischen den Kugelelektroden sind zu schwach, um sie darstellen
zu können. Es ist aber der Überschlag der Funken hörbar.
Weitere Beobachtungen
Interessant ist der Betrieb ohne Lampe. Dann wird die Spannung immer höher,
bis sie durch das Gewicht der fallenden Tropfen selbst begrenzt wird. Die
Tropfen müssen ja gegen das Feld des gleichnamig geladenen Auffangbehälters
fallen. Das führt bei zu hoher Spannung zu einer Abstoßung.
Man kann das gut hören, wie mit steigender Ladung die Tropfen immer
sanfter und leiser auftreffen. Die kleineren Tropfen werden schon im Influenzring
abgelenkt, da sie von der ungleichnamigen Ladung des Ringes angezogen werden.
Sie fliegen dann auf mitunter sehr skurrilen Bahnen herum, landen aber
sicher nie im Behälter (wegen der gleichen Ladung). Während der
Ladezeit bemerkt man auch, dass die Selbsterregung des Generators überproportional
zunimmt. Am Anfang dauert es sehr lange (ca. 15s), bis überhaupt eine
Ladung entsteht, doch dann zerstreut sich der Stahl innerhalb weniger Sekunden.
Es ist deshalb sinnvoll den Generator nie komplett zu entladen, da er dann
schneller wieder seine Spannung erreicht.
Dieses Video zeigt, wie sich die Tropfen bei zu hoher Spannung zerstreuen.
Besonders auf der linken Seite ist zu erkennen, wie sich die Tropfen unterhalb
des Influenzringes auffächern. In die beiden Becher wurde etwas Trockeneis
geschüttet. Das erzeugt den effektvollen Rauch. Für die Funktion
ist das Trockeneis aber in keiner Weise erforderlich. Der Rauch sollte
auf keinen Fall mit heißem Wasser erzeugt werden, denn durch den
Wasserdampf beschlagen sich die Isolatoren, wodurch sich die Kriechströme
erhöhen. Ein Großteil der Ladungen wird dann ungenutzt abgeleitet.
Der Kelvin-Generator verwendet viele physikalische Prinzipien, um auf
sehr schöne und einfache Weise elektrostatische Spannungen zu erzeugen.
Der krasse Gegensatz von Wasser und Elektrostatik macht diesen Generator
zu einem sehr eindrucksvollen Demonstrationsobjekt, das noch dazu relativ
unbekannt ist. (Ich könnte jetzt wieder schreiben: "Warum lernt man
so etwas nicht in einer HTL ? {Vorwurf an die Elektrotechnik- und Physiklehrer.}"
aber das will ich ja nicht....)
| Der Kelvin-Generator findet sich auch in diesem Buch, wo versucht wird, durch Grundlagenexperimente und neue theoretische Ansätze mehr Licht in das Thema der Freien Energie zu bringen. Nähere Informationen zum Buch. | ||
|---|---|---|
| Titel: | Grundlagen und Praxis der Freien Energie Alternative Theorien und interessante Experimente |
|
| Autoren: | Harald Chmela und Wolfgang Wiedergut | |
| Verlag: | Erschienen im August 2004 im Franzis Verlag | |
| ISBN Nr.: | 3-7723-4400-3 | |