Funktionsbeschreibung
Auf einem Arm ist ein Elektromotor befestigt, der den Kreisel (Schwungscheibe)
antreibt. Dieser Arm ist in seinem Schwerpunkt drehbar gelagert. Die beiden
Stützen wurden wiederum auf einem Drehteller befestigt, dessen Drehebene
normal zur Ebene des Armes liegt. Wird der Motor gestartet und der Arm
waagrecht gestellt, so bleibt zunächst alles ruhig. Wenn man allerdings
versucht den Drehteller nur ganz leicht zu bewegen, so weicht der Arm sofort
nach oben oder unten aus. Das ganze funktioniert auch umgekehrt. Wenn man
den Arm durch ein Gewicht aus der Waage bringt, dann beginnt sich die Grundplatte
zu drehen.
Bevor ich die Kreiseltheorie beschreibe, möchte ich noch die Ergebnisse
der Versuche an diesem Modell festhalten. Es ist dann leichter die Theorie
zu bestätigen.
Dieses Bild beschreibt die am Kreisel auftretenden Kräfte, die zur
Präzession führen. Eine Scheibe läuft um ihren Mittelpunkt
um. Durch die Rotation erzeugt sie den Drehimpulsvektor q, der von der
Scheibe nach außen gerichtet ist. Auf den Kreisel wirkt das Kräftepaar
F und -F, welches wieder nach der Rechtsschraubenregel das Drehmoment M
erzeugt. M verursacht eine Drehimpulsänderung dq, die mit M gleichgerichtet
ist. Aus dem ursprünglichen Drehimpuls q wird somit der Drehimpuls
q', dessen Betrag und Richtung vom alten etwas abweicht. Ist der Kreisel
frei beweglich, so wird er versuchen seinen Drehimpuls aufrechtzuerhalten.
Das ist ohne Energieverlust nur möglich, indem er seine Drehachse
dem neuen Drehimpuls q' ausrichtet.
In der Praxis sieht das dann so aus, dass man den Kreiselarm, der ja im
Normalfall ausbalanciert ist, durch ein Zusatzgewicht an einem Ende beschwert.
Hier wird ein Magnet auf das Gegengewicht geklebt. Der Kreisel erhält
jetzt ein Kippmoment auf dem Arm und beginnt sich deshalb um seine Grundplatte,
also 90° zur angreifenden Kraft verschoben, zu drehen.
Das ganze funktioniert natürlich auch in umgekehrter Richtung. Wenn
man die Grundplatte dreht, weicht der Arm in die Höhe aus. Der Arm
weicht bei einer Linksdrehung der Grundplatte nach oben aus.
Durch die Drehung der Erde entstehen verschiedene Kräfte. Betrachten
wir zunächst den Erdball, der um die N-S Achse von West nach Ost rotiert.
An einer beliebigen Stelle (nicht an den Polen und am Äquator) wählen
wir einen Punkt A. F1 stellt die Schwerkraft in diesem Punkt dar, F2 ist
die Zentrifugalkraft. Diese kann nach der Formel F=mv²/r berechnet
werden. F2 wirkt in jedem Fall senkrecht auf die Erdachse, da ein Punkt
auf der Erdoberfläche immer eine Kreisbahn um die Erdachse beschreibt
und nicht um den Erdmittelpunkt ! Zerlegt man jetzt F2 in ihre zwei Komponenten
F2' und F2'', so sieht man die zwei verschiedenen Wirkungen der Zentrifugalkraft.
F2' bewirkt eine Schwächung der Gravitationskraft. Jetzt wird auch
klar, warum Raketen immer in Äquatornähe gestartet werden. Da
am Äquator F2 = F2' ist, ist dort die Gravitationskraft am geringsten.
F2'' hingegen versucht alle Körper zum Äquator hinaus zu drängen.
Das ist der Grund, warum die Erde keine Kugel ist, sondern an den Polen
abgeplattet ist. Auf den zähflüssigen Erdkern wirkt natürlich
auch die Kraft F2'' und verformt ihn somit zu einem Geoid. Als Geoid bezeichnet
man den von der tatsächlichen Erdgestalt abweichende theoretischen
Körper, dessen Oberfläche die Feldlinien der Schwerkraft überall
im rechten Winkel schneidet. Ein Geoid ist demnach eine Gleichgewichtsfigur
aus Schwerkraft und Zentrifugalkraft.
Am Äquator wiegt man daher weniger als an den Polen. Um das zu berechnen, muss man zunächst die Drehzahl der Erde berechnen. Daraus errechnet man anschließend die Zentrifugalbeschleunigung am Äquator. Es zeigt sich, dass sie 0,34% der Gravitation ausmacht. Das führt zu einer Verringerung der Gewichtskraft (nicht der Masse) ! Ein Mensch, der am Pol ein Gewicht von 75kg hat, ist demnach am Äquator nur mehr 74,74kg schwer. Ein schwacher Trost für Schlankheitsideale ):-!.
Als Corioliskräfte bezeichnet man die in einem rotierenden Bezugssystem
auf einen sich bewegenden Körper einwirkende Trägheitskraft.
Ähnlich wie bei der Zentrifugalkraft kann man auch die Winkelgeschwindigkeit
w (klein Omega) der Erde in zwei Komponenten zerlegen. Daraus ergeben sich
für jeden Punkt auf der Erdoberfläche zwei verschieden große
Komponenten der Drehbewegung. Eine davon wirkt in horizontaler Richtung,
die andere in vertikaler Richtung. Im Punkt A z.B. wirkt die Winkelgeschwindigkeit
w1. Wenn man auf w1 wieder die
Schraubenregel (diesmal in umgekehrter Richtung) anwendet, wird man feststellen,
dass w1 auf der Erdoberfläche eine Drehung gegen
den Uhrzeigersinn mit dem Mittelpunkt A beschreibt. Führt man das
gleiche auf der südlichen Halbkugel durch, so stellt man dort eine
Drehung im Uhrzeigersinn fest. Das ist im folgenden Bild durch den Kreis
mit den Pfeilen dargestellt.
Dieses Bild zeigt den Punkt A auf der Erdoberfläche. Die Winkelgeschwindigkeit
U1 ragt jetzt aus der Zeichnung heraus. Die Bewegung
ist durch die Pfeile angedeutet. Bewegt sich jetzt vom Punkt A weg ein
Körper mit der Geschwindigkeit v so dreht sich die Erde unter diesem
mit der Winkelgeschwindigkeit U1 weg, da im Anfangspunkt
nichts von der Rotation zu merken war. Von der Erde aus betrachtet kommt
das einer Ablenkung der Flugbahn nach rechts gleich. Es ist somit egal
in welcher Richtung (auch in N-S-Richtung) sich der Körper bewegt.
Er erfährt auf der Nordhalbkugel immer eine Ablenkung nach rechts.
Die Vertikalkomponente U2 bewirkt ebenfalls eine Drehung.
Nur hat diese jetzt die Richtung der örtlichen Nord-Süd
Achse (Tangente an Punkt A). Sie wirkt also nicht parallel zur Erdachse.
Diese Corioliskraft ist nicht so bekannt wie die vorher beschriebene. Sie
ist viel schwächer, da sie sich mit der Gravitation überlagert
und nur eine Stärkung bzw. Schwächung der Gravitation verursacht.
So hat z.B. ein ostwärts bewegter Körper eine etwas kleineres
Gewicht als ein westwärts bewegter. Experimentell lässt sich
dieser Effekt mit einer Rotationswaage nachweisen.
Dabei wird ein Arm mit zwei Gewichten in schnelle Drehung versetzt. Von
den beiden Kugeln ist stets die westwärts laufende schwerer, als die
ostwärts laufende. Die Waage senkt sich somit in westlicher Richtung
ab und hebt sich in östlicher Richtung.
In der Natur hat die Corioliskraft natürlich auch Auswirkungen auf
alle bewegten Massen. Wenn man sich Satellitenbilder ansieht, erkennt man
die charakteristischen Wolkenspiralen, die sich auf der Nordhalbkugel immer
gegen
den Uhrzeigersinn eindrehen ! Vorher habe ich aber gesagt, dass auf der
Nordhalbkugel eine Ablenkung nach rechts erfolgt.
Das Problem wird klarer, wenn man sich eine einzelne Linie im Bild
ansieht. Sie soll in etwa eine Teilluftströmung darstellen. Diese
wird durch die Corioliskraft in Bewegungsrichtung gesehen nach rechts abgelenkt.
Da das aber für jede Strömung, egal von welcher Seite sie kommt
gilt, entsteht die nach links drehende Spirale.
Es wird auch allgemein angenommen, dass ablaufendes Wasser durch die
Corioliskraft in eine Spiralbahn gezwungen wird. Diese muss dann
aber auf der Nordhalbkugel so aussehen, wie in diesem Bild ! Wenn man das
ausprobiert, wird man rasch feststellen, dass es nicht immer so ist. Die
Spiralbildung hängt dabei von vielen Faktoren ab wie z.B. die Form
des Abflusses, die Bewegungen im Wasser usw. Und wenn sich einmal eine
Spirale gebildet hat, ist bereits das ganze Wasser auf eine Richtung eingestellt,
so dass es sehr schwierig ist diese umzukehren. Die Spiralform kommt durch
die unterschiedliche Geschwindigkeitsverteilung
im Wasser zustande, und scheint für das überhaupt die effizienteste
Art zum Abfließen zu sein.
Auch anhand von Flüssen ist ersichtlich, dass auf der Nordhalbkugel
in Flussrichtung eine Ablenkung nach rechts erfolgt. Besonders deutlich
ist das zu erkennen, wenn ein Fluss ein Becken durchquert. Dann geschieht
das immer vorzugsweise am rechten Beckenrand in Flussrichtung gesehen.
Am Beispiel der Donau ist das im Tullner Becken gut zu erkennen. Das gesamte
Becken hat eine annähernd gleiche Höhe. Langenlebarn liegt auf
174m. In nördlicher Richtung liegt auch Oberzögersdorf auf 174m.
Dennoch fließt die Donau an Langenlebarn vorbei, da dieses in Flussrichtung
eben am rechten Ufer liegt. Besonders krass ist dieser Effekt dann an der
Spitze des Wienerwaldes bei Greifenstein zu sehen. Dort schlängelt
sich die Donau ganz eng an den Bergen vorbei, obwohl eigentlich das gesamte
Augebiet nördlich davon die gleiche Höhe hätte. Diese Stelle
mit der leichten Schlinge war deshalb auch ideal um das Kraftwerk Greifenstein
zu errichten. Der Grund warum am linken Ufer immer mehr Augebiet vorhanden
ist, wird jetzt sicher auch leicht verständlich. Da der Fluss immer
an den rechten Rand des Beckens gedrückt wird, bleibt dort relativ
wenig Platz auf Flussniveau übrig. Denn nur auf annähernd gleichen
Niveau kann sich ein feuchtes Augebiet bilden. Auch das ist sehr schön
im Satellitenbild zu sehen.
Kreiselkompass
Mit dem anfangs gezeigtem Modell ist es nicht direkt möglich, die
Funktion eines Kreiselkompasses nachzuweisen. Dazu sind die Reibungskräfte
in den Lagern zu groß. Die Kräfte die durch die Erdrotation
auf den Kreisel ausgeübt werden sind sehr klein. Aus diesem Grund
ist ein richtiger Kreiselkompass in einem Ölbad gelagert, das immer
eine kleine, langsame Bewegungen zulässt. So ein vergleichbares Lager
kann man nur mit der guten alten Schnur herstellen, an der man das Gerät
aufhängt. Extrem wichtig dabei ist, dass die Schnur nicht verdrillt
ist und sich unter Belastung ausrollt und so zu einer falschen Drehbewegung
führt. Am besten einmal den Balken am Faden eine Stunde lang ohne
Kreisel ausdrehen lassen. Denn wenn die Schnur ein Moment auf den Balken
ausübt stellt sich der Balken immer schräg und man weiß
nicht mehr was man jetzt noch korrigieren könnte.
Es ist ganz wichtig, dass der Balken waagrecht hängt, und der
Kreisel frei von allen Kräften ist, da sonst eine Präzessionsbewegung
entsteht und sich der Balken im Kreis herumdreht. Die Feinabstimmung ist
eigentlich nur im Betrieb des Kreisels möglich. Man legt dann, solange
kleine Gewichte auf den Balken, bis die Drehbewegung in eine Pendelbewegung
übergeht. Wird diese auch immer mehr minimiert, so zeigt der Balken
schließlich die Nord-Süd Richtung an, bzw. pendelt leicht um
sie herum.
Ein weiteres Modell ist gerade im Bau. Mit dieser Anordnung will ich versuchen,
die Erdrotation nach dem Patent
5313850 : Earth/gyro power transducer (Link zum Patent Server) zur
Energiegewinnung auszunutzen. Das Bild zeigt nur den bereits fertigen inneren
Käfig mit dem Kreiselrotor und dem Antrieb. Die weiteren Käfige
befinden sich gerade in der geistigen Entwicklungsphase.
Das ein Kreiselkompass funktioniert, ist allgemein bekannt. Das es
aber möglich ist die Bewegungen eines Kreisels gegen die Erdrotation
anzuwenden, um diese abzubremsen und die Differenzenergie nutzbar zu machen,
hat bis jetzt nicht viel Anklang gefunden. Ich halte es aber durchaus für
machbar.
Hinter der Rotation steckt eine sehr tiefe Beziehung zur Masse und Trägheit. Nicht alles ist heute restlos geklärt, was auch folgendes kleine Gedankenexperiment zeigt:
Gedankenexperiment:
Frage:
Was dreht (bewegt) sich wirklich ?
Das ist eine nicht ganz leicht zu beantwortende Frage. Alle Bewegungen
auf der Erde verwenden immer diese als Bezugssystem. Das sich die Erde
selbst auch dreht, ist dabei meist zu vernachlässigen. Die Astronomen verwenden dagegen
den Fixsternhimmel als Bezug um die Drehung der Erde und der Planeten zu
definieren. Das kommt der Sache schon wesentlich näher, denn wie aus den Erklärungen zur Trägheit hervorgeht, ist ihr Bezugspunkt die Summe aller Massen im Universum.
Stellen
sie sich vor, wir hätten gedanklich alle Himmelskörper aus
dem Universum entfernt. Wir wollen die Bewegungen von einem Körper
feststellen, den wir in diese absolute Leere einbringen. Da wir eine
Bewegung aber immer nur relativ zu einem anderen Körper angeben
können, haben wir keine Möglichkeit die Geschwindigkeit oder
Richtung des Körpers zu messen. Das ist die berühmte
Relativität der Geschwindigkeit.
Nehmen wir hingegen an, dass der Körper um seine eigene Achse
rotiert, können wir wiederum seine Drehzahl aufgrund eines
fehlenden Bezugspunktes nicht messen. Ok, sagt jetzt der schlaue
Physiker, dann messe ich doch die Zentrifugalkraft,
die auf dem Körper auftritt. Die Zentrifugalkraft ist eine
Trägheitskraft, welche durch die ständige
Richtungsänderung der Masse entsteht. Nach dem Mach'schen Prinzip
wird es aber so sein, dass überhaupt keine Trägheitskraft
mehr auftritt, weil der Bezug zur Gesamtheit der ruhenden Massen fehlt.
Es gibt also eine Verbindung aller
Massen im Universum. Die Trägheitskräfte
können immer nur als Differenz der Probemasse zur gesamten
Ruheasse im Universum auftreten. Der berühmte Satz "Gebt mir einen Hebel, einen Stützpunkt, und ich werde die Welt aus den Angeln heben",
den Archimedes
in euphorischer Stimmung nach Entdeckung der Hebelgesetze sagte,
bekommt so eine ganz neue Bedeutung. Der Stützpunkt der damals
noch nicht bekannt war, ist die gesamte Ruhemasse im Universum. Mit
Hilfe des Kreisels kann man sich auf der Trägheit aller Massen im
Universum abstützen und so die Erde tatsächlich aus den
Angeln zu heben.