Diamagnetischer Motor

Es gibt eine Vielzahl von Magnetmotore, die alle versuchen, sich mit Freier Energie selbst anzutreiben. Einer davon ist der so genannte Kryo-Motor, der mit Supraleitern versucht, die normalerweise ausgeglichenen Magnetkräfte so abzuschirmen, dass eine Vorzugsrichtung entsteht. Supraleiter sind ideale Diamagnete, sie verhindern also jedes Eindringen von Feldlinien in ihr Inneres, indem sie ein gleich großes Gegenfeld aufbauen. Das Supraleiter schwierig zu handhaben sind, liegt es nahe, dass es auch mit einem anderen, diamagnetischen Material, wie z.B. Wismut zu versuchen.

Der Aufbau ist dem von Herrn DI Walter Thurner nachempfunden. Sein Motor ist unter http://www.rafoeg.de/20,Dokumentenarchiv/10,Personenbezogenes_Archiv/,Thurner_Walter/magnet.pdf zu finden. Der Motor verwendet Statormagnete und Rotormagnete, die im 90° Winkel zueinander stehen. Es wird dann der Rotormagnet immer bis an die Kante des Statormagnetes gezogen. Dort kehrt sich die Kraftwirkung um und hält den Rotor vom Weiterdrehen ab. Genau an dieser Stelle wird der Diamagnet montiert und soll einen Teil des Magnetfeldes abschirmen und so den Austritt aus dem Magnetfeld begünstigen.

Da mit Wismut als Diamagnet nur eine relativ geringe Abschirmwirkung zu erwarten ist, wie ja auch die diamagnetische Levitation zeigt, muss sich der Rotor sehr leicht drehen können. Die Magnete erzeugen aber an den Kanten immer sehr starke Kräfte. Das macht es notwendig mit unterschiedlichen Stator und Rotorkonfigurationen zu arbeiten.

Es hat sich gezeigt, dass mit 15 Statormagneten und 12 Rotormagneten ein relativ guter Rundlauf zu erreichen ist. Weit besser sogar, als mit einem 15/14 Verhältnis. Der Grund dafür liegt in der 3 poligen Ausführen, was die seitlichen Kräfte besser ausgleicht. Der Rotor kann so ganz leicht mit zwei Fingern gedreht werden, obwohl die verwendeten Neodym-Magnete (D:5mm, 3mm lang) extrem stark sind und viel größere Kräfte innerhalb des Rotors verursachen.

Der Motor wurde gemäß dieser Zeichnung (anklicken zum Vergrößern) gefertigt. Stator und Rotor sind aus Aluminium, die Welle ist aus Stahl.

Die im Rotor eingefräßte T-Nut wurde mit flüssigem Wismut ausgefüllt. Damit sich dieser Ring nicht verdrehen kann, ist die T-Nut gemäß der Zeichnung 4 mal unterbrochen. Der Stator muss beim Gießen vorgewärmt sein, damit das Wismut nicht sofort erkaltet.

Stator Das überstehende Wismut wird weggefräst, und anschließend die 15er Teilung in den Wismutring gebohrt. Die Magnete werden dann in die Löcher mit dem Nordpol nach oben eingepresst. Die beiden Lager werden in der Mitte montiert.

Rotor Die Rotormagnete werden so in die Nuten eingesetzt, dass sie sich alle anziehen. Damit sie fest sitzen, wird an den Rändern das Aluminium leicht verschlagen.
 

Versuche mit dem Motor

Dieses Modell ist natürlich nicht, wie der Kryo-Motor, selbstlaufend. Dazu ist die Abschirmwirkung einfach zu gering. Es muss angetrieben werden, um den gewünschten Effekt feststellen zu können. Es sollte demnach ein leichterer Lauf mit dem bestückten Rotor im Vergleich zu einem leeren festgestellt werden können.

Antrieb Dazu wurde das Modell mit einem 24V Gleichstrommotor verbunden. An diesem Motor werden Strom und Spannung bei verschiedenen Lastbedingungen gemessen.

Zuerst wird die Stromaufnahme bei verschiedenen Drehzahlen mit einem leeren Rotor gemessen. Dann wird der Rotor mit den Magneten bestückt und unter gleichen Bedingungen noch einmal gemessen. Zu beachten ist dabei, dass sich die Reibungsverluste zwischen den beiden Messungen nicht ändern. Man darf also nichts an der mechanischen Ausrichtung ändern.

Die Messergebnisse zeigen leider, dass wenn überhaupt ein Unterschied besteht, dieser so gering ist, dass er in den Bereich der Messungenauigkeit fällt. Die Messungen können nämlich aufgrund von Erwärmung in den Lagern und sonstigen Reibungseinflüssen nicht so genau durchgeführt werden.
Diese Messung wurde sowohl für Rechtslauf als auch für Linkslauf durchgeführt, denn dann wäre bei einer Vorzugsrichtung des Motors ein größerer Unterschied zu erwarten gewesen, aber auch dabei konnte keine wesentliche Abweichung festgestellt werden.

Magnetseite