Am 1. Oktober 1924 begann in Österreich der offizielle
Sendebetrieb
auf Mittelwelle mit einem kleinen Sender von 350W Leistung am
Stubenring
in Wien. Nach diesem Vorbild wurden in den Bundesländern
ähnliche
Sender errichtet.
Am 31. Jänner 1926 wurde am Rosenhügel in Wien ein
stärkerer
Sender mit 5kW in Betrieb genommen. Dessen Leistung wurde am 01.
September
1927 auf 15kW erhöht.
Am 28. Mai 1933 ging der Sender Bisamberg als erster
Großsender
Österreichs mit 100kW Leistung in Betrieb. Die Wahl fiel auf den
359m
hohen Bisamberg, da er einerseits weit genug von Wien entfernt lag um
Störungen
zu vermeiden und andererseits noch eine ausreichende Versorgung der
Stadt
gewährleisten konnte.
Für eine bessere Versorgung innerhalb Österreichs wurde
eine Antennenanlage gebaut, die hauptsächlich in westliche
Richtung
abstrahlte. Dazu wurde neben dem 130m hohen Sendemast ein zweiter,
baugleicher
Reflektormast im Abstand von 115m aufgebaut.
Der Sender hatte zu dieser Zeit noch keinen Anschluss an das
öffentliche
Stromnetz. Er wurde von zwei Fünfzylinder- und einer Vierzylinder-Dieselmaschine,
autark versorgt.
Am 13. April 1945 sprengten abziehende SS-Truppen die Sendeanlage Bisamberg. Das Sendergebäude und die Antennenanlage wurden dabei zerstört.
Nur die Dieselgeneratoren
konnten durch Eingreifen
von Angestellten des Senders, welche im letzten Moment die
Zündschnüre
durchtrennten, gerettet werden. Noch heute sind am Boden der
Dieselhalle
die Brandspuren der Zündschnüre zu sehen.
Im Jahre 1950 ging auf dem Bisamberg wieder der erste Sender mit 35kW Leistung im erhalten gebliebenen Stiegenhaus in Betrieb.
Am 17. August 1959 konnte schließlich die neue Sendeanlage Bisamberg mit vier 120kW Sendern in Betrieb genommen werden.
Um im Leistungskampf mit den übrigen europäischen Ländern nicht unterzugehen, wurde 1975 der 600kW Sender in Betrieb genommen.
Am 1. Jänner 1995 wurde der Sendebetrieb am Bisamberg eingestellt. Die Mittelwelle, die lange Zeit eine verlässliche Informationsquelle für die Menschen in Mitteleuropa war, hatte ausgedient.
Am 21. März 1997 wurde der Sendebetrieb der 120kW Sender mit 60kW wieder aufgenommen. Auf der Frequenz 1476 kHz wird nun täglich ein Mischprogramm von Radio Ö1, Radio Österreich International und von unterschiedlichsten Gruppen aus dem In- und Ausland gesendet.
Am 3. Mai 1999 wurde sogar der 600kW Sender für "Nachbar in Not" wieder in Betrieb genommen. Für ca. 3 Monate versorgte er die Krisenregion mit Informationen.
Als Ersatz für die alten 120kW Sender war seit Ende des Jahres 2000 ein 100kW Transistorsender in Betrieb.
Am 31. Dezember 2008 wurde der Sendebetrieb am Bisamberg eingestellt.
Am 24. Februar 2010 wurden die beiden Sendemasten gesprengt.