Die Antennenanlage

Die Antennenanlage am Bisamberg besteht aus zwei abgespannten Stahlgitter-Fachwerksmasten.  Die beiden Maste sind zwei Halbwellendipole und haben eine Bauhöhe von 265m für 585kHz und von 120m für 1476kHz.
 
Nordmast Südmast
Höhe: 265m 120m
Luftwarnbeleuchtung: auf 6 Ebenen, Blicklicht an der Spitze auf 3 Ebenen
Abspannungen (Pardunen): auf 3 Ebenen auf 3 Ebenen
Aufstiegsmöglichkeit: Innensteigleiter mit 6 Plattformen Innensteigleiter ohne Plattformen

 
Südmast Nordmast

  1. Südmast: Rechts im Bild sind die zwei unsymmetrischen 230Ohm Freileitungsfeeder zu erkennen, über die der Mast simultan mit 585 und 1476kHz zu je 120kW angespeist werden kann. Für den Normalbetrieb steht  ein 50Ohm Koaxkabel (Flexwell 6 1/8") zur Verfügung, dass für 600kW ausgelegt ist.
  2. Nordmast: Auf der Mittelplattform befand sich früher ein Trennisolator, der es ermöglichte, den oberen Mastteil für 1476kHz einzusetzen. Dieser wurde abgebaut. Durch eine aufwendige Anpassung im Antennenhaus ist auch am Nordmast Simultanbetrieb möglich.
Feeder des Nordmastes Mastfuß des Nordmastes
  1. Feederleitung: Sie ist ähnlich einem Koaxkabel aufgebaut, besteht aber nur aus einzelnen Kupferdrähten. Die äußeren Drähte liegen an Masse und führen keine HF. Sie sind nur deshalb isoliert, weil eine Eisabheizanlage vorhanden ist. Das ist notwendig, weil ein Eisbehang den Feeder so stark verstimmt, dass eine Inbetriebnahme des Sender nicht möglich ist.
  2. Mastfuß: Der ölgefüllte Fußisolator des Nordmastes hat eine Überschlagsspannung von 250kV und eine Nutzlast von 500t. Über das geschwungene Rohr, die so genannte Blitzschleife, gelangt die HF aus dem Antennenhaus auf den Mast. Die Schleife wirkt wie eine Induktivität und dämpft den Stromanstieg des Blitzes. Im Inneren dieses Rohres verlaufen die Kabel für die Mastbeleuchtung.
Antennenhaus, Blick Richtung Feeder Antennenhaus, Blick Richtung Mast
  1. Antennenhaus: Im oberen Teil ist die Einführung der Feederleitung zu erkennen. Rechts und darunter sind zwei Stromwandler zur Messung von Feeder- und Kabelstrom zu sehen.
  2. Antennenhaus: Die umfangreichen Anpassungseinheiten für die verschiedenen Frequenzen, sowie für Feeder und Kabel. Alle Kondensatoren sind Keramikkondensatoren mit sehr hohen zulässigen Blindleistungen.
HF-Schalter Atmosphärendrossel
  1. HF-Schalter: Er dient zur Umschaltung der Frequenz bei Kabelbetrieb. Dahinter ist der Kabelkopf des Erdkabels zu erkennen. In der hinteren Ecke befindet sich ein UV-Sensor, der bei einem Überschlag im Antennenhaus den Sender kurz ausschaltet, um den Lichtbogen zu löschen.
  2. Atmosphärendrossel: Über sie werden die Zuleitungen der Mastbeleuchtung geführt. Die Drossel liegt parallel zum Mastanschluss. Oben führt sie HF und unten ist sie geerdet. Somit sind auch alle Leitungen, die durch die offenen Windungen dieser Drossel gewickelt werden am unteren Ende frei von HF.
Zu Testzwecken stehen für beide Sender so genannte Kunstantennen oder Dummyloads zur Verfügung. Das sind große Widerstände, die den Sender wie eine richtige Antenne belasten, ohne aber HF abzustrahlen.
 
240kW Kunstantenne 600kW Kunstantenne
  1. 240kW Kunstantenne: Für die 120kW Sender steht eine wassergekühlte, 230Ohm Kunstantenne zur Verfügung. In den beiden Säulen befinden sich Widerstandsbänder, die mit weichem Wasser gekühlt werden.
  2. 600kW Kunstantenne: Das Widerstandsmaterial für die Kunstantenne des 600kW Senders ist eine Sodalösung, die mit einer Temperaturregelung auf 70°C gehalten wird. Nur bei dieser Temperatur hat sie einen Widerstand von 50Ohm.


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