Kennen Sie diese schiffchenförmigen Hölzer, die sich einfach
nicht nach links drehen wollen ? Sie beginnen sofort zu wackeln wenn man
sie nach links dreht, bremsen ab und drehen sich dann wieder nach rechts.
Haben Sie eine Erklärung für dieses seltsame Verhalten ? Sind
hier höhere Kräfte im Spiel, die einen Großteil von uns
zu Rechtshändern werden lassen ?
Viele Namen für das gleiche
Ding
Für diese asymmetrischen Drehkörper gibt es viele Namen.
Kelt: Die Kurzform von Keltisches Wackelholz.
Archenholz: Diese Bezeichnung spielt auf das schiffchenförmige
Aussehen an.
Wackelstein: Diese Bezeichnung kommt daher, weil es auch
mit Steinen funktioniert.
Hinkelstein: Das soll auf die Form des Steins anspielen,
den der Obelix immer mit sich herumschleppt.
Experimente mit dem Holz
Die Beobachtungen an so einem Holz sind sehr interessant und führen
uns einen Schritt weiter in Richtung der Lösung dieses Paradoxons.
Die folgenden Experimente sollten auf einer glatten Oberfläche mit
wenig Reibung durchgeführt werden. Bei extrem glatten Oberflächen
und zu geringer Reibung können die Effekte wieder schwächer werden,
bzw. ganz fehlen.
Drehung in Vorzugsrichtung:
Dabei ist nichts außergewöhnliches festzustellen. Das Holz
läuft ganz normal aus und bleibt dann stehen, ohne danach noch irgendeine
Bewegung auszuführen.
Drehung entgegen der Vorzugsrichtung:
Hier passiert das was man nach dem vorherigem Versuch überhaupt
nicht erwarten würde. Bereits nach wenigen Umdrehungen in der "falschen"
Richtung beginnt das Holz entlang seiner Längsachse zu wackeln. Dieses
Wackeln wir zusehends stärker, während sich die Rotation immer
weiter verlangsamt. Schließlich hört die Rotation ganz auf,
das Wackeln jedoch nicht und jetzt passiert es: Das Holz beginnt sich wieder
in seine Vorzugsrichtung zu drehen. Das Wackeln wird schwächer und
das Holz läuft nach wenigen Umdrehungen in seiner Vorzugsrichtung
aus !
Das Video zeigt, die Drehung gegen die Vorzugsrichtung von einem Wackelstein.
Er ist aus Blei gegossen und mit Zinn überzogen. Es ist eindrucksvoll
zu erkennen, wie sofort die Drehung gebremst und in eine Wackelbewegung
umgesetzt wird, bis sich der Stein schließlich in die entgegengesetzte
Richtung dreht.
Sehr schnelles Drehen entgegen der Vorzugsrichtung
Dabei dreht sich das Holz zunächst ganz normal ohne zu wackeln.
Erst wenn die Drehzahl etwas abgesunken ist beginnt es zu wackeln und verhält
sich jetzt wie beim vorherigen Versuch.
Kippen an der Längsachse:
Drückt man das Holz an einem Ende zu Boden und lässt
es dann los, so schaukelt bzw. wackelt es zunächst entlang der Längsachse
hin und her und beginnt sich schließlich in seine Vorzugsrichtung
zu drehen. Das Wackeln hört im Lauf der Zeit auf, und das Holz läuft
in seiner Vorzugsrichtung aus. Das entspricht der 2. Hälfte des Verhaltens
bei Drehung entgegen der Vorzugsrichtung nur in verstärkter Form.
Das Video zeigt, wie sich der Wackelstein sofort nach dem Loslassen in
seine Vorzugsrichtung zu drehen beginnt. Der Stein kippt nach dem Loslassen
auch etwas in der Querachse, doch das kommt nicht etwa von einem leichten
Anstoß, sondern von der Form an der Unterseite, die bei einem gegossenen
Stein nicht ideal sein kann.
Kippen an der Querachse:
Zieht man das Holz zur Seite und lässt es entlang seiner
Querachse schaukeln, so beginnt es sich entgegen seiner Vorzugsrichtung
zu drehen. Aufgrund der geringeren Schwungmasse in der Querrichtung aber
weniger ausgeprägt als beim vorherigen Versuch.
Die Wackelsteine
Es wird behauptet, dass keltische Priester ähnlich geformte
Steine zur Entscheidungsfindung benutzten. Das zeigt uns, dass die
notwendige Form nicht zwangsweise künstlich erzeugt werden muss.
Das kann jeder selbst ausprobieren, indem er sich mit einer glatten Unterlage
wie z.B. einem Jausenbrett an den nächsten Schottergruben-Badeteich
begibt. Dort liegen Unmengen von Kieselsteinen herum, von denen einige
ebenfalls ein schiffchenförmige Aussehen haben. Hat man so einen Stein
gefunden, so testet man seine Drehsymmetrie auf dem Brettchen. Es ist verblüffend,
dass man so doch recht schnell einen Stein mit den gleichen Eigenschaften
findet. Wichtig ist, dass er möglichst groß ist, da sonst
die Schaukelbewegungen zu schnell ablaufen, was viel Energie verbraucht.
Alle hier abgebildeten Steine funktionieren. Der mit dem blauen Pfeil oben
drauf am besten von allen.
Nach einigen derartigen Tests wird man rasch feststellen, dass
es sowohl Steine mit Linksdrehung, mit Rechtsdrehung als auch solche ohne
jegliche Asymmetrie gibt. Jetzt sind wir der Lösung wieder einen Schritt
weiter gekommen. Wenn es beide Vorzugsrichtungen gibt, dann ist es wohl
doch nichts mit den höheren Mächten oder ?
Erklärung
Es muss in dem so symmetrischen Aussehen des Holzes etwas geben, dass
nicht symmetrisch ist. Sonst würde dieses Verhalten nicht zustande kommen.
Man kann zunächst einmal versuchen das Holz zu vermessen, dabei wird
man aber feststellen, dass es ein komplett symmetrischer Rotationsellipsoid
ist. Die Lösung des Problems kann also nur noch in der Gewichtsverteilung
liegen. Wenn man ein Metallsuchgerät zur Verfügung hat, kann man
einmal das Hölzchen auf versteckte Metallgewichte absuchen. Wenn der
Hersteller nicht sehr einfallsreich war, wird man hier meist schon fündig
werden. Auch mit einem Magnet, den man rasch über das Holz hinwegzieht,
kann man versuchen die Metalle aufgrund ihrer bremsenden Wirbelstromwirkung
zu erkennen. Mit einer Stoßmagnetisierung
könnte man versuchen ein Wegschleudern des Holzes nachzuweisen. Sollten
Eisengewichte verwendet worden sein, würde man diese mit einem Magnet
natürlich sofort merken, das wäre aber wohl zu naheliegend.
Sollten Kunststoffgewichte verwendet worden sein, so hilft nur noch eine Röntgenaufnahme,
um sie nachzuweisen, ohne das Holz zu zerstören. Mit Hilfe der im Eigenbau hergestellten Röntgenröhre
wurde von dem Wackelholz eine Aufnahme angefertigt. Diese zeigt sehr schön
die beiden dichteren und daher schwereren Körper, die asymmetrisch zur
Mitte angeordnet sind. Für diese Aufnahme lag das Wackelholz mit der
Oberseite auf dem Film, für die normale Betriebslage muss man sich die
Gewichte also gespiegelt vorstellen.
Das Bild zeigt die Draufsicht auf ein rechtsdrehendes Wackelhölzchen, was der gespiegelten Röntgenaufnahme entspricht.
Im Holz sind die zwei kleinen Gewichte versetzt eingelassen und meist durch
eine Furnier verdeckt. Jetzt ist auch klar, warum bei einem gegossenen
Material, wie z.B. dem Wackelstein aus Blei, die Form nicht 100%ig sein kann. Denn bei homogenen Material muss
man diese Gewichtsverlagerung eben durch die Form zustande bringen.
Beim Schaukeln stimmt die Hauptträgheitsachse nicht mit der Symmetrieachse
des Ellipsoids bei der Drehung überein. Das hat zur Folge, dass
beim Schaukeln entlang der Längsachse das Holz am Endpunkt immer ein
wenig zur Seite kippt. Dadurch wird ein kleiner Teil der Schaukelbewegung
in Drehbewegung umgesetzt.
Dreht man das Holz, so wird aufgrund kleiner Unebenheiten immer ein
Wackeln erzeugt. Bei der Rechtsdrehung kann dieses sofort wieder abgebaut
werden wie vorher beschrieben. bei einer Linksdrehung jedoch, rollt es
unsymmetrisch auf dem ellipsoiden Unterteil ab und fängt dadurch an
zu wackeln. Die Wackelbewegung kann nicht abgebaut werden. Sie wirkt jetzt
gegen die Drehrichtung und schwächt die Rotation. Das ist auch der
Grund, warum nicht die ganze Energie der Drehung umgepolt werden kann.
Das Verhalten des Wackelhölzchens demonstriert uns eindrucksvoll,
wie stark sich kleine Unsymmetrien auswirken können. So muss
auch mit der Freien Energie umgegangen werden. Eine kleine Unsymmetrie
muss dazu genutzt werden, um das System aufzuschaukeln, was dann zum
einer Polarisierung der Energie führt. Ich denke dabei z.B. an kleine
Energiemengen die überall herumfluktuieren und sich gegenseitig auslöschen
oder an die Wärmeenergie, die überall vorhanden ist, aber nicht
so einfach polarisiert werden kann. Könnte man der Energie zwei Gewichte
umhängen dann hätte das zur Folge, dass sich plötzlich
alle Energiepakete gleichförmig bewegen und so nutzbar gemacht werden
könnten.