Der Ausgang von U2B treibt über die Zenerdiode D7 den linearen
Spannungsregler,
der die 45V Betriebsspannung, von X2 kommend, regelt. Q2 dient als
Trenntransistor für
die hohe Spannung und Q3 als Treiber für den
Längsregeltransistor
Q5. Über R18 wird der primäre Strom in den Zeilentrafo an ST3
und
ST4 gemessen und über Q4 erfolgt eine Strombegrenzung, die mit P1
eingestellt
werden kann.
Über die durch D7 hervorgerufene, sprunghafte Änderung der
Spannung am Ausgang von U2B wird mit Q6 ausgewertet,
ob das Gerät eine konstante Spannung abgibt, oder ob es sich in
der
Strombegrenzung befindet. Das wird mit der LED an ST10 und ST11
angezeigt.
Der untere Schaltungsteil enthält die interne Spannungsversorgung
mit
dem +15V Regler IC1. U1 bildet den Oszillator zur Steuerung des
Zeilentrafos.
Er arbeitet etwa mit 18kHz. Durch Schließen von ST1 und ST2 kann
der
Oszillator deaktiviert werden. Über R4 wird direkt der MOSFET Q1
gesteuert,
der die Primärseite des Zeilentrafos schaltet. R6 und C7
bedämpfen
die Schaltspitzen.
Layout
Das Layout der Steuerschaltung wird auf eine einseitige Platine mit
90x88mm
geätzt. Das Layout zeigt die Sicht von der Bauteilseite aus,
weiße
Flächen werden weggeätzt.
Externe Hochspannungsmessung und Glättung
Das Layout der Glättung wird auf eine einseitige Platine mit
40x127mm
geätzt. Sie wird mit den Hochspannungbauteilen 3x 330MOhm/15kV, 3x
1nF/15kV,
sowie einem normalen 100kOhm Widerstand bestückt. Beim Löten
ist
darauf zu achten, dass alle Anschlüsse umgebogen werden und die
Schnittkanten
an den Drahtenden ebenfalls verlötet werden, damit es zu keinen
Sprühentladungen
an den Spitzen kommt. Der 40kV Anschluss wird zusätzlich noch mit
einem
2,5mm² Kupferdraht eingefaßt, um Sprühentladungen an
den
Rändern zu vermeiden.
Gesamtaufbau
=
Die Netzversorgung übernimmt ein 80VA Ringkerntrafo mit 2x18V
Ausgangsspannung.
Über den Brückengleichrichter und den
Glättungskondensator
wird die Steuerprint versorgt. Erfolgt die Versorgung wie hier
über
einen Netztrafo mit Mittelpunkt, dann können die Dioden D1 und D4
auf
der Steuerprint durch Drahtbrücken ersetzt und D2 und D3
weggelassen
werden. Der Anschluss des Mittelpunktes erfolgt dann auf X1-2, der
Hauptgleichrichter
übernimmt dann ebenfalls die Versorgung der Steuerung.
Das Netzgerät wird in ein Alu-Gehäuse mit 235x100x150mm
eingebaut.
Auf der Rückseite wird ein Kühlkörper mit 150x75x25mm
montiert
und die Transistoren Q1,Q5 und IC1 werden darauf mit Glimmerscheiben
isoliert
aufgesetzt.
Die gesamte Glättung mitsamt der Ausgangsbuchse und dem
Anschlusskabel
vom Zeilentrafo wird zum Schutz vor Überschlägen mit
Epoxyharz
und Glasfasermatten als Träger eingegossen. Die Ausgangsbuchse
besteht
aus einem 30mm dicken Kunststoff, indem die 4mm Buchse mindestens 40mm
tief
versenkt montiert werden sollte.
Am Zeilentrafo eventuell vorhandene Kabel für die
Vorbeschleunigung werden
abgeschnitten und ausreichend isoliert, um Überschläge zu
vermeiden.
Je nach Type des verwendeten Zeilentrafos kann es nötig sein,
mehrere
Wicklungen in Serie zu schalten, um ihn optimal an die
Versorgungsspannung
anzupassen. Zum Ausmessen der Wicklungen bei einem unbekannten
Zeilentrafo siehe Beschreibung beim Zeilentrafo.
Sehr wichtig bei dieser Schaltung ist eine saubere Erdung, was durch
den Einbau
in ein Metallgehäuse unterstützt wird. Da die Hochspannung
auf
Erde bezogen ist und man ja auch mit Funkenüberschlägen
rechnen
muss, kann es bei schlechter Erdung vorkommen, dass sich das Potential
der
Schaltung anhebt und dadurch Bauteile zerstört werden. Die beiden
2,2µF
Kondensatoren, wovon einer direkt am Ampermeter und der andere direkt
an
der Schaltungsmasse auf Erde geschlossen werden soll, verhindern ein
sprungartiges
Ansteigen des Potentials bei Überschlägen. Hierfür
sollten
richtige Kondensatoren, keine Elkos, mit niedriger Induktivität
verwendet
werden. Der Ferritring verhindert zusätzlich noch hochfrequente
Einkopplungen
über die Messleitung in die Schaltung.
Abgleich
Eine wichtige Einstellung ist die Strombegrenzung zum Schutz des
Zeilentrafos
im Kurzschluss. Diese erfolgt mit P1 und sollte so eingestellt werden,
dass
je nach Größe des verwendeten Zeilentrafos etwa 1,5A im
Kurzschluss
fließen. Dazu schließt man z.B. eine 12V/50W Halogenlampe
von
ST3 direkt auf Masse an und misst den Strom in ihr. Der Zeilentrafo
wird
abgeklemmt und die Regelung muss mit JP1 auf interne Messung
umgeschaltet
werden. Wenn dann die Spannung langsam hochgeregelt wird, muss die
Strombegrenzung
spätestens bei 2,5A einsetzen. Das Einsetzen der Strombegrenzung
muss
durch Erlöschen der LED an ST10 und ST11 signalisiert werden.
Zur Eichung der Spannungsanzeige ist ein Hochspannungstastkopf sehr
hilfreich.
Die Spannung wird im Leerlauf hochgeregelt und mit P2 wird der
Anzeigewert kalibriert. Wer keinen Hochspannungstastkopf
zur Verfügung hat, kann auch über das etwas krumme
Übersetzungsverhältnis
990MOhm zu 100kOhm der Messung auf die Spannung zurückrechnen.
40kV entsprechen 4,04V am 100kOhm Widerstand.
Je nach Type und Leistung des verwendeten Zeilentrafos muss
eventuell der
Einstellbereich der Spannung mit R13 angepasst werden. Bei zu geringer
Leistungsabgabe
kann auch noch das Tastverhältnis des Oszillators durch
Vergrößern
von R2 bzw. durch Verkleinern von R1, um die Frequenz konstant zu
halten,
erhöht werden. Zur Abschätzung der maximal möglichen
Ausgangsspannung
eines Zeilentrafos kann JP1 auf interne Messung gesteckt werden, dann
fährt
der Regler bis zur Sättigung von Q5 die Spannung hoch.
Ein solches Netzgerät bietet eine sehr gute Spannungsversorgung
für
viele Hochspannungsversuche, bei denen auch eine gewisse Leistung
benötigt
wird. Dieses Gerät kann immerhin 1mA bei 40kV bereitstellen, was
einer
Leistung von 40W entspricht. Ein weiterer Vorteil gegenüber
professionellen
Netzgeräten ist der variable Maximalstrom. Bei geringeren
Spannungen
können bis zu 5mA entnommen werden, was sich gut mit den
Anforderungen
der meisten Versuche deckt.